Johannes Clair

Johannes Clair, geboren 1985 in Wiesbaden und aufgewachsen im niedersächsischen Scheeßel, verpflichtete sich nach Abitur und Wehrdienst für vier Jahre als Zeitsoldat. Als Infanterist Spezielle Operationen nahm er am Afghanistan-Einsatz teil und erlebte den Strategiewechsel der NATO hautnah mit. Der Fallschirmjäger kämpfte von Juni 2010 sieben Monate als Mitglied einer Task Force an vorderster Front. Nach seiner Rückkehr aus dem Einsatz begann Clair, in einem Buch über seine Erlebnisse zu berichten. Der Spiegel Bestseller fand großen Anklang und ermöglichte Clair, in zahlreichen Vorträgen und Fernsehauftritten das Erleben seines Einsatzes zu schildern. Der Student der Sozialökonomie nahm auch an anderen Projekten teil: So war er 2013 Protagonist in der kontrovers diskutierten Flüchtlingsdokumentation „Auf der Flucht – Das Experiment“, die im ZDF ausgestrahlt wurde und für die Clair den deutschen Fernsehpreis erhielt. Zwischenzeitlich engagierte sich der ehemalige Zeitsoldat ehrenamtlich in der Veteranenarbeit und war von 2013 bis 2015 stellvertretender Vorsitzender des Bund Deutscher Veteranen. Diese Organisation versucht, mehr Bewusstsein für Einsatzrückkehrer der Bundeswehr zu generieren und von Schaden Betroffenen zu helfen.  Ebenfalls seit 2013 befindet sich Clair in Behandlung seiner im Einsatz erlittenen Traumatisierung und wird dabei von der Bundeswehr betreut.


 Beruf:
Soldat
 Einsatzbereich:
Fallschirmjäger

Vier Tage Im November: Mein Kampfeinsatz in Afghanistan

„Wir waren dort, um zu kämpfen. Wir wurden gedrillt, auf Menschen zu schießen. So wurde es uns gesagt, und genauso ist es gekommen.“ Johannes Clair, ein 25-jähriger Fallschirmjäger, hat den Krieg in Afghanistan am eigenen Leib erlebt. Er war dabei, als erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg Artillerie eingesetzt wurde, hat mehrere Sprengstoffanschläge und vier Tage Dauerbeschuss überlebt. In seinem mitreißenden und sehr persönlichen Buch erzählt er von seinem Wunsch, in Afghanistan etwas bewirken zu können, vom Leben als Soldat, von seinen Hoffnungen und seiner Todesangst. Clair ist ein reflektierter Beobachter und beschreibt ehrlich, wie der Einsatz ihn verändert hat. Ein sehr bewegendes Dokument über eine moderne Kriegserfahrung.

„Hammer Buch“ Til Schweiger

Gesteh dir deine Krankheit ein!

Eine Traumatisierung ist etwas völlig Normales, für das man sich nicht schämen muss. Der wichtigste Schritt ist, zu akzeptieren, dass man Hilfe braucht. Je länger man damit wartet eine professionelle Behandlung zu beginnen, desto länger wird es dauern gesund zu werden. Ähnlich wie bei einem Knochenbruch: Sobald ich denke, „ach, das wird schon wieder, ich brauche nicht zum Arzt zu gehen“, umso höher ist nachher das Risiko, dass der Knochen nochmal gebrochen werden muss und der Heilungsprozess sich extrem in die Länge zieht.

Reacted

20.09.2016

Recorded

26.09.2016

Released